Putzen im bretonischen Takt

Aus Kölner Stadt-Anzeiger
8.4.2010

Tanzetage
Putzen im bretonischen Takt
Von Thomas Rausch
Die Ballettschule “Tanzetage” gestaltet Szenen einer Schiffsreise. “Tänzer an Bord” heißt das Stück, das im Albertus-Magnus-Gymnasium in Bensberg zu sehen sein wird.
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Bergisch Gladbach – Kleine Putzfrauen mit rot-weißen Kopftüchern wirbeln über das Parkett – hantieren mit Besen, Handfegern und Putzlappen. Das alles geschieht im Rhythmus eines bretonischen Volkstanzes, auch Trommeln mit dem Handfeger gehört zum Repertoire der Bewegungen. In drei Gruppen setzen die acht- bis neunjährigen Tänzerinnen ihre Schritte, die Choreographie ist zwar recht komplex, sie wirkt dabei aber sehr harmonisch.
„Es war nicht leicht, das zu unterrichten“, sagt Petra Krüger, Ballettlehrerin und Leiterin der Bensberger Ballettschule „Tanzetage“. Die Schwierigkeit sei, dass „alle etwas anderes machen“.

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Den jungen Tänzerinnen scheinen die Abläufe inzwischen jedoch mühelos zu gelingen. Krüger hat einen heiter-spielerischen Zug mit einem Schuss Selbstironie in den Tanz der Mädchen eingebaut: Da reitet eine kleine Putzfrau auf ihrem Besen, während sich andere Tänzerinnen mit dem Handfeger kämmen oder in den Putzlappen schnäuzen.
Die Darbietung der kleinen Putzfrauen ist nur eine von vielen Tanzszenen, die in der Aufführung „Tänzer an Bord!“ zu sehen sind. Die „Tanzetage“ bringt das Programm im Albertus-Magnus-Gymnasium (AMG) in Bensberg auf die Bühne. Rahmenhandlung für zahlreiche Tänze ist eine Kreuzfahrt von Friseuse Gabi und ihrer besten Freundin, der Nagelstudio-Inhaberin Moni. Auf dem Schiff erleben die beiden Frauen einen Gespensterball, eine Küchenszene, in der die Beteiligten mit Pfannen und Besteck rhythmisch hantieren, oder auch heftigen Wind. Den Letzteren stellen Tänzerinnen in wallenden Gewändern in den Farben des Himmels dar. Die Umsetzung eines solchen, eher abstrakten Themas sei besonders anspruchsvoll, findet Krüger: „Man muss schon ein bisschen Fantasie haben.“ Natürlich bieten auch ferne Länder ein dankbares Thema für die Kreuzfahrt-Geschichte: Es geht nach Amerika zu Cowboys und Indianern, nach China, Indien und auch noch pünktlich zum Karneval nach Venedig. Rund 100 Schülerinnen zwischen drei und 25 Jahren gestalten die Aufführung mit, fast alle sind im Laufe des Programms an zwei unterschiedlichen Tänzen beteiligt. Zwei erwachsene Schülerinnen stellen die Freundinnen Gabi und Moni dar. „Die haben richtig zu tun“, sagt Krüger – sie ist begeistert über ihre „Spielfreude“.
Alle Bilder: Christopher Arlinghaus

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